Persönliches

Der Untersberg hat mich schon als kleiner Junge immer fasziniert. Seit damals, als ich fast jedes Jahr bei meiner Oma in Hammerau (heute ein Ortsteil von Ainring) an der unmittelbaren Grenze zu Österreich Ferien machen durfte, hat er mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt und wurde so sehr schnell mein absoluter Lieblingsberg – nicht nur im Berchtesgadener Land. Nur die Saalach, der Grenzfluß, der mich gleichwohl faszinierte, verhinderte ein direktes Hinlaufen zum Berg. Damals gab es am Kreithammer Wehr noch keine Brücke hinüber nach Käferheim/Grünau. Dass auf der anderen Seite Österreich ist, hat mich immer irgendwie irritiert – ich weiß bis heute nicht warum. Auch nicht dass eine Landesgrenze ausgerechnet mitten über den Untersberg verlaufen musste. Meinen Vater hatte ich schon in jungen Jahren beneidet, da der als Kind stets in Sichtweite seiner Silhouette aufwuchs. Das war auch schon damals mein Herzenswunsch – und ist es bis heute geblieben – irgendwann möglichst nahe am Untersberg zu leben. Er erzählte mir die Geschichte vom Kaiser Karl, der schon seit Urzeiten im Untersberg schläft (er konnte mir auch genau erklären wie der Kaiser da oben im Profil zu sehen ist). Zu den Sagen und Geschichten gibt es allerdings mehr oder minder gruselige Varianten. Als etwa 10-Jähriger Bub hatte ich gemeinsam mit meinem jüngeren Bruder, unserem Opa und dessen Kamerad die „Erstbesteigung“ geschafft. Wir fuhren von Hammerau aus mit der Eisenbahn über Bad Reichenhall und Bischofswiesen bis Berchtesgaden und nahmen den Weg über Maria Gern. Übernachtet hatten wir dann im Stöhr-Haus unweit dem Berchtesgadener Hochthron. Am nächsten Morgen gingen wir dann quer über den Untersberg bis zur Mittagsscharte zum Zeppezauer-Haus. Nach einer kurzen Mahlzeit machten wir uns dann auf den Weg hinauf zum Salzburger Hochthron, denn ein Bild mit Gipfelkreuz musste sein! Nun konnten wir endlich einmal die umgekehrte Richtung – also vom Untersberg abgewandt - nach Hammerau blicken. Es sah zwar alles etwas verzerrt und irgendwie anders aus, aber das Stahlwerk der Annahütte mit den großen Kaminen war deutlich zu erkennen. Man hatte einen atemberaubenden Blick zum Watzmann, auf den Hohen Göll, das Rossfeld (mit Stolz möchte ich behaupten, dass mein Vater am Bau der Ringstrasse damals beteiligt war) und weit hinein in den Tennengau bzw. auf die Erhebungen des Salzkammerguts. Zum Schluß fuhren wir dann vom Geiereck mit der großen Seilbahn, die man übrigens von Hammerau bei schönem Wetter als roten Punkt sehen kann, hinunter nach St. Leonhard/Grödig – und von dort mit dem Bus wieder nach Hause.
Mit der Seilbahn bin ich dann noch oft mit Freunden hinauf - und wieder hinuntergefahren. Ich habe aber fest vor, alle noch möglichen und einigermaßen zu bewältigenden Touren zu gehen.

  


Besonders auffallend am Untersberg ist, dass er sein Antlitz scheinbar alle 100 Meter verändert. Wenn man z.B. die Bundesstrasse 20 Richtung Piding/Bad Reichenhall also nach Süden fährt, verstärkt sich dieser Eindruck bei einem ständigen Blick nach links noch mehr. Besonders reizvoll ist, wenn man ihn per Fahrrad umrundet (siehe Fotoalbum). Bei meiner ersten Umrundung habe ich etwa doppelt so lange gebraucht wie normal, da ich unendliche male angehalten und Fotos gemacht habe.

 

Ein besonders erhebender Augenblick ist für mich auch immer noch das Auftauchen des Untersbergs wenn man von der Autobahn A8 kommend den Chiemsee allmählich hinter sich gelassen hat und entlang der Chiemgauer Alpen Richtung Salzburg fährt =>

 

Von der Berchtesgadener Seite, d.h. z.B. vom Jenner (siehe Start-Bild) oder vom Obersalzberg aus, ist der Eindruck der Veränderung ähnlich, wenn auch nicht ganz so extrem. Besonders schön ist er in seiner ganzen Pracht auch z.B. vom Schlenken oder auch von Salzburg (z.B. von der Feste Hohensalzburg) aus anzuschauen. Ähnliches gilt auch für das Rossfeld und Marktschellenberg.